Inhaber und Geschäftsführer Pflegeagentur Erni

Auszug, das vollständige Interview finden Sie im Buch:

CP: Wie sehen Sie denn die Marktentwicklung bei beiden Dienstleistungen, stundenweise und 24 -Stunden-Betreuung?

MOE: Die Marktentwicklung ist bei beiden gut. Bei der 24-Stunden-Betreuung ist sie sogar sehr gut.

Ich denke, dass die aktuelle Corona-Krise nochmal mehr dazu beitragen wird. In den Köpfen der Menschen wird auch nach der Krise immer noch die Erinnerung sein, dass, wenn man als alter, geschwächter Mensch in Gruppen ist, also in einem Altersheim, in irgendwelchen stationären Einrichtungen, man dann einem anderen Risiko ausgesetzt ist, als wenn man daheim ist. Und man ist auch einer gewissen Fremdbestimmung ausgesetzt, die in den Einrichtungen zwangsläufig vorherrscht und das wird irgendwie auch als negativ empfunden. Und wenn es noch so sinnvolle Dinge sind, die in stationären Einrichtungen entschieden werden. Die Leute interpretieren es als eine gewisse Einschränkung der Persönlichkeit oder der eigenen Handlungsfreiheit.

Daher glaube ich, dass die 24-Stunden-Betreuung aufgrund ihres Nimbus der Individualität noch stärker nachgefragt wird.

Die stundenweise Betreuung wird sich aber auch weiterhin positiv entwickeln. Es wird in der nächsten Zeit vielleicht so sein, dass gewisse Anbieter eben auch das Recht bekommen, eine sogenannte Tagespflege nicht mit einer stationären Einrichtung zu koppeln, sondern es in irgendeiner Weise auch häuslich anzubieten. Da wird es sicherlich nicht mehr allein nur die normalen Beträge der Pflegesachleistungen (…), sondern auch Betreuungsgelder wie in Form der Tagespflege geben.

CP: Zusätzliche Gelder sind in diesem Kontext aber sicherlich nicht allen Anbietern zugänglich, da wird es bestimmt qualitätsbezogene Einschränkungen geben?

MOE: Klar, das wird nur für Anbieter zutreffen, die eine gewisse Qualität, eine gewisse Stabilität darstellen können. Die eben nicht „nur für die Hauswirtschaft“ gut sind, sondern auch vorzeigen können, ihre Mitarbeiter/-innen als kompetente Betreuer zu schulen und das Wissen kontinuierlich zu erweitern.

Und dann haben sie es in meinen Augen auch verdient, auf mehr finanzielle Unterstützung blicken zu können, um den wichtigen Bedarf an Betreuung in der Häuslichkeit auch gewährleisten zu können.

Das heutige Problem vieler Anbieter der stundenweisen Entlastung ist doch, dass die meisten Interessenten bei denen erst einmal nach „Putzen“ fragen und Betreuung und Begleitung spielen keine oder eine untergeordnete Rolle. Und die Leute fragen deswegen vorwiegend nach „Hauswirtschaft“, weil ihnen gar nicht zur Kenntnis gebracht wird, dass „stundenweise Entlastungsangebote“ auch zur Betreuung und Begleitung genutzt werden können, beispielsweise um für pflegende Angehörige einen freien Tag jede Woche zu organisieren. Und es wird den Nachfragern nicht zur Kenntnis gebracht, weil die Anbieter es nicht bewerben, sie bewerben es nicht, weil sie die Leistung nicht anbieten können und sie können sie nicht anbieten, weil sie ihre Leute erst gar nicht in diese Richtung fördern. Ein Teufelskreis!

Und deswegen geht es heute bei den Nachfragen sicherlich in 8 von 10 Fällen darum, den Haushalt zu organisieren. Das Problem daran ist aber, die Arbeitnehmer dafür zu finden, die sich zu 80, 90 Prozent am Tag mit „Putzen“ beschäftigen wollen. Die gibt es nicht. Und so wäre es gut, wenn die Branche der stundenweisen Entlastung zuerst sicherstellt und danach darstellt, dass sie für ein wesentliche breiteres Handlungsspektrum kompetent ist.

Weiter im Buch …

Die Pflegeagentur Erni entlastet mit ihrem Angebot Menschen bei der Fürsorge und Betreuung eines Pflegebedürftigen zuhause.

Als derzeit einzige 24h-Agentur in der Ortenau, Kreis Rastatt und Baden-Baden ist sie auch ein nach Landesrecht zugelassener Anbieter der haushaltsnahen Service-dienste. Dienstleistungsschwerpunkte sind die stundenweise Entlastung, die 24h-Betreuung und die individuelle Pflegeberatung. www.pflege-ortenau.de