Leiterin Stiftung & Fundraising im Caritasverband für die Diözese Limburg und Geschäftsführerin der Caritas-Gemeinschaftsstiftung im Bistum Limburg.

Auszug, das vollständige Interview finden Sie im Buch:

CP: Wie kommen Sie mit dem Thema Pflege in Berührung?

SP: Es gibt einige Projekte aus dem Bereich der Pflege, die wir als Stiftung bereits mit finanziert oder als Verband über Fördermittel entwickelt haben. Ich denke da zunächst mal z.B. an Sinnesgärten in Altenheimen.

CP: Das müssen wir erklären: Demenz- oder Sinnesgärten ermöglichen pflege-bedürftigen Menschen, vor allem bei demenziellen Erkrankungen, einen therapeutischen Effekt der Stimulierung der Sinne. Werden diese Gärten innerhalb einer Pflegeeinrichtung angelegt, haben die Menschen die Möglichkeit, die Gärten selbständig zu besuchen und dort tätig zu werden. Das schafft ein Unabhängigkeitsgefühl und kanalisiert den Bewegungsdrang der Demenz Patienten.

SP: Genau. Diese Demenzgärten sind ein Standortvorteil für Pflege- und Altenheime, die an Demenz erkrankte Menschen aufnehmen (wollen).

Müsste ich einen Angehörigen stationär unterbringen, würde ich mich immer für eine Einrichtung entscheiden, die einen solchen Garten hat. 

Von demenzkranken Menschen weiß man, dass das Langzeitgedächtnis am besten funktioniert und das Kurzzeitgedächtnis eben nicht mehr. Da diese Menschen alle einmal früher Gärten hatten und sich gut mit dem Gärtnern auskennen, ist eine Beschäftigung in einem speziell ausgestatteten Garten auch in diesem Krankenstatus möglich. Dort werden Kräuter gezüchtet, Blumen gesetzt und so weiter. Hat man Sozialarbeiter, die auch für Demenz Gärten ausgebildet sind, stellen die Leute zum Beispiel aus den Kräutern Pesto oder ähnliches her. Das hält das Langzeitgedächtnis der Demenzpatienten fit.

Darüber hinaus haben wir über das Fundraising Altenheime unterstützt, z.B. Tablets und Mobilitätshilfen für Altenheimbewohner angeschafft. Ein weiteres interessantes Projekt wurde über EU-Mittel umgesetzt und war mit Aufkommen der Flüchtlingskrise konzipiert worden.  In kath. Krankenhäusern wurden unter spezieller Anleitung und mit Fördermitteln ermöglicht, besondere Wege für die Ausbildung von Flüchtlingen in der Pflege aufzusetzen.

Ein weiteres, die Pflege tangierendes Vorhaben war ein Quartiers- und Generationenprojekt in einem unserer Altenzentren in Rheinland-Pfalz.

CP: Generationenprojekte stehen für ein gutes Zusammenleben der Generationen. Für alternative Wohnformen im Alter und bezahlbaren Wohnraum für Familien und Singles. Nachbarliche Unterstützung erleichtert die Organisation des Alltags.

SP: Man versucht, dass die Menschen so lange es geht in ihren Wohnungen und Häusern bleiben können, weil keine Heimplätze verfügbar sind, Menschen immer länger leben, die Menschen gerne länger im eigenen Haus leben möchten und weil es natürlich für viele auch nicht bezahlbar ist in ein Heim zu ziehen.

Das heißt, man versucht zu überlegen, wie können die Menschen länger in ihrer gewohnten Umgebung leben? Dafür gibt es z.B. innovative Ansätze wie Quartiers/bzw. Generationenprojekte. Die Initiativen, die es vor Ort gibt, werden vernetzt. Barrieren werden beseitigt, Bürgersteige abgesenkt. Man kann im Generationen Café zu Abend essen, aber zu Hause zu Bett gehen. Man vernetzt alles vor Ort, damit die älteren Menschen ausreichend Hilfe haben und dennoch zuhause weiterleben können.

Weiter im Buch….

In Ihrer Funktion als Fundraiserin unterstützt Sonja Peichl die Arbeit der Caritas dort, wo Hilfe dringend gebraucht wird und finanzielle Mittel fehlen. Ob in der Kinder- und Jugendhilfe, der Obdachlosen-hilfe, in der Flüchtlingshilfe oder der Alten- oder Palliativhilfe. Die Caritas-Gemeinschaftsstiftung wird zusätzlich als ein Instrument des Fundraising genutzt. Sie ist als Förderstiftung aufgesetzt, die ihre Erträge den örtlichen Einrichtungen, Verbänden und Mitgliedern durch Ausschüttungen zur Verfügung stellt.